Mozart Timeline

Musik als Tor in eine bessere Zukunft

Zwei beeindruckende Beispiele für die Macht der Musik oder wie Musik sozial benachteiligten Kindern zu einem besseren Leben verhelfen kann.

05. September 2013 Für Kinder

„Die Welt schickt uns Müll. Wir antworten mit Musik.“ So lautet das Motto von Favio Chavez, dem Gründer des Müllorchesters. Es war 2006 in Asunción, der Hauptstadt Paraguays. Hier, im Armenviertel Cateura, auf der größten Müllkippe Paraguays, kam ihm und dem Müllsammler Nicolas Gomez die Idee: Instrumente aus Müll zu bauen und ein Kinderorchester zu gründen. Gesagt. Getan. Aus alten Ölfässern entstanden Celli und leere Konservendosen von der Müllhalde wurden zu Gitarren. Mittlerweile hat er viele junge Talente aus tristen Verhältnissen um sich geschart. Wäre da nicht das Müllorchester, das mittlerweile ihr Leben bestimmt und Hoffnung gibt. Und die Welt nimmt Notiz davon. So brachte die ARD im „Weltspiegel“ eine Dokumentation über das Müllorchester, unter der Bezeichnung „Landfill Harmonic“ entstand ein Dokumentarfilm über dieses wegweisende Sozialprojekt, und aus dem USA kam sogar eine Einladung zu einem Konzert.

… und in Venezuela: El Sistema.

1975 hatte José Antonio Abreu, Dirigent, Komponist und Wirtschaftswissenschafter, die Idee, Kindern aus Elendsvierteln mittels Musik zu neuen Perspektiven zu verhelfen. Er gründete das erste venezolanische Kinderorchester in Caracas. Aus diesem bescheidenen Anfang entwickelte sich in drei Jahrzehnten „El Sistema“, ein Netzwerk von Orchestern und Musikzentren für Kinder. Mittlerweile wurden aus Kinderorchestern Jugendorchester, aus Musikzentren Hochschulen, an denen hochbegabte Musiker studieren. Gegenwärtig gibt es in Venezuela 286 Musikzentren, die „Fundación Musical Simón Bolívar“, wie sich das nationale System der Orchester und Chöre nennt, hat mittlerweile fast 400.000 Mitglieder. 75 % der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen leben unter der Armutsgrenze.

El Sistema bei den Salzburger Festspielen.

Im Rahmen der Salzburger Festspiele 2013 wurde El Sistema erstmals einem Publikum außerhalb Venezuelas präsentiert – in Zusammenarbeit mit Sir Simon Rattle, der sich schon seit vielen Jahren für El Sistema engagiert, Gustavo Dudamel und vielen anderen Künstlern. Sechs Ensembles von El Sistema, darunter das Simón Bolívar Symphony Orchestra, begeisterten das Salzburger Publikum.

El Sistema, National Children's Symphony Orchestra of Venezuela dirigiert von Simon Rattle

El Sistema, National Children's Symphony Orchestra of Venezuela dirigiert von Simon Rattle

Salzburger Festspiele 2013 Foto: Silvia Lelli