Mozart Timeline

Wunderkinder unserer Zeit

Der steinige Weg moderner Wunderkinder – am Beispiel des chinesischen Pianisten Lang Lang.

04. September 2013 Für Kinder

Wovon der junge Wolfgang Amadeus Mozart ein Lied hätte singen können, das gilt auch für herausragende Talente unserer Zeit. Denn bis der ersehnte Erfolg kommt, haben sie meist einen langen, entbehrungsreichen Weg hinter sich. Waren es zu Mozarts Zeiten endlose Reisen mit der unbequemen Postkutsche über unbefestigte Straßen, immer in der Hoffnung, an den Adelshöfen vorspielen zu dürfen, sind es heute oft nicht minder entbehrungsreiche Verhältnisse, in denen moderne Wunderkinder leben müssen, bis sie – in wenigen Fällen – zu Weltruhm gelangen.

Eine Weltkarriere – am Anfang standen Hunger, Kälte und ein despotischer Vater

Der Werdegang des jungen chinesischen Pianisten Lang Lang zeigt viele Parallelen zum Leben Mozarts. Beide wurden vom Vater „entdeckt“, beide wurden vom Vater unter größten Entbehrungen gefördert und vorangebracht.

Lang Lang begann mit zwei Jahren Klavier zu spielen. Seinen ersten Wettbewerb gewann er schon mit fünf. Sein überaus ehrgeiziger Vater, der in der Kulturrevolution der 1960er-Jahre die eigenen Träume von einer Musikerkarriere hatte begraben müssen, trieb den Sohn zu Höchstleistungen an. Um Lang Lang Klavierunterricht geben zu lassen, zog er mit ihm in ein Pekinger Armenviertel, wo der Junge Hunger, Kälte und die Trennung von der Mutter in Kauf nehmen musste. Tagtägliches stundenlanges Üben stand auf der Agenda, immer den nächsten Wettbewerb vor Augen, der unbedingt gewonnen werden musste.

Rückschläge und Erfolge

Natürlich wurde nicht jeder Wettbewerb gewonnen. Natürlich gab es Rückschläge, wenn etwa ein begehrter Lehrer nicht an das Talent des jungen Lang Lang glaubte und sich weigerte, ihn zu unterrichten. Vater und Sohn durchlebten schwere Jahre, zusammengeschweißt im Bestreben, ihr Ziel zu verwirklichen. Oft im Konflikt miteinander, wenn das Kind dem Vater nicht genügte.

Heute spielt Lang Lang auf den größten Bühnen der Welt. Der sympathische Chinese hat seine Kindheit und das Verhältnis zu seinem Vater in einem Buch verarbeitet: „Musik ist meine Sprache“ (Ullstein Verlag, Berlin 2008). Ein beeindruckendes Dokument vom Leben eines Wunderkindes und seinem steinigen Weg zu Anerkennung und Ruhm.

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Quelle: Wikimedia