Mozart Timeline

Also Sprach Mozart Teil 3

Mozart war ein eifriger Briefschreiber. Er liebte die genaue Ausführung, das detaillierte Beschreiben. Zum Glück für uns, die Nachwelt. So geben die überlieferten Briefe Einblicke in seine Beziehungen, seine Ehe mit Konstanze Mozart, seine beruflichen Erfolge und Misserfolge, Ansichten und privaten Erlebnisse. Am häufigsten schrieb er – abgesehen von Briefen an seine Frau, die er während seiner Reisen verfasste – an seinen Vater Leopold Mozart.

14. April 2014 Veranstaltungen

Mozarts Briefe an den Vater sind von Respekt und einer verbindlichen Vater-Sohn-Beziehung geprägt. So redet er ihn stets mit „mon très cher père“ (mein sehr lieber Vater) an. In ihm sah er den kompetenten Kritiker seiner Musik, mit ihm besprach er sein Arbeitsumfeld, seine Erfolge und Misserfolge. So schreibt er dem Vater von seinem Aufenthalt mit der Mutter in Paris 1778, bei dem es darum ging, Aufträge zu lukrieren: „Aber so bin ich unter lauter Viechern und Bestien, was die Musik anlangt.“ – Schon damals musste er die Erfahrung machen, dass das Gros der Menschen sein Talent nicht zu schätzen wusste, ja, seine Musik eigentlich nicht verstand.

Freund und Kritiker – eine ganz normale Vater-Sohn-Beziehung

Er teilt auch seine Freude über den Erfolg mit dem Vater. Als die „Hochzeit des Figaro“ in Prag mit überwältigendem Erfolg gespielt wurde, berichtet er: „… Denn hier wird von nichts gesprochen als – Figaro, nichts gespielt, geblasen, gesungen und gepfiffen als – Figaro, keine Oper besucht als – Figaro. Und ewig Figaro! Gewiss große Ehre für mich!“

Aus dem Mozart’schen Briefwechsel spricht auch stets die väterliche Sorge um das Wohlergehen des Sohnes und andererseits das Bemühen Wolfgangs, sich vom Vater zu emanzipieren. So versucht er gute Stimmung für seine zukünftige Frau Konstanze zu machen: „Sie will nichts als Fugen hören“, womit er auf seine und ihre Bewunderung für Johann Sebastian Bach anspielt. 

Als der Vater im April 1787 erkrankt, schreibt er noch an ihn: „Doch hoffe ich bald einen trostreichen Brief von Ihnen zu erhalten.“ Vergebens. Leopold Mozart stirbt plötzlich am 28. Mai. Von Mozart ist nur ein Billet erhalten, in dem er einem Freund mitteilt: „Ich benachrichtige Sie, dass ich heute als ich nach Haus kam, die traurige Nachricht von dem Tode meines besten Vaters bekam. – Sie können sich meine Lage vorstellen!“

Leopold Mozart

Leopold Mozart

Vater und Briefpartner Wolfgang Amadeus Mozarts Quelle: Wikipedia