Einsame Meisterwerke

Es wird leiser um Mozart

Feuer- und Wasserprobe, Bühnenbildentwurf zu Mozarts Zauberflöte (Detail)

Gouache von Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) 1817 (Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln) Quelle: Wikimedia
1791
Salzburg
Titelblatt der Erstausgabe des Librettos der Zauberflöte: Emanuel Schikaneder in der Rolle als Papageno

Titelblatt der Erstausgabe des Librettos der Zauberflöte: Emanuel Schikaneder in der Rolle als Papageno

1791 Quelle: Wikimedia

1791 ist Wolfgang Amadeus Mozart 35 Jahre alt. Er ist ein gereifter Künstler, seine Werke haben mehr oder weniger große Anerkennung erfahren, von einem finanziellen Durchbruch ist er jedoch weit entfernt. Es geht ihm gesundheitlich nicht gut, er hat große Existenzsorgen. Constanze ist viele Wochen hindurch auf Kur in Baden bei Wien, Wolfgang Amadeus Mozart fühlt sich einsam und traurig: „Gehe ich ans Klavier und singe etwas aus der Oper, so muss ich gleich aufhören. Es macht mir zu viel Empfindung“, schreibt er an sie.

In diesen bedrückenden Wochen schreibt Mozart sein letztes Klavierkonzert Nr. 27. Es gilt als sein reifstes Werk dieser Gattung mit starkem Anklang an die Romantik. Abgesehen von diesem Klavierkonzert übernimmt Mozart nur Zufallsaufträge, die ihm wenig einbringen. Ein neuer kaiserlicher Opernauftrag ist in weite Ferne gerückt.

Zauberhafte Zauberflöte

Mozarts alter Freund, der Wiener Vorstadttheaterdirektor Emanuel Schikanedernimmt sich seiner an. So bringt er Mozart auf die Idee, ein Zauberstück zu schreiben, etwas, was damals in Wien ganz en vogue war. Nach anfänglichem Zögern lässt sich Mozart darauf ein, die beiden entwickeln ein im wahrsten Sinne des Wortes bezauberndes und vieldeutiges Musikstück. Doch Mozart tut sich schwer beim Komponieren der Zauberflöte. Constanze fehlt ihm an seiner Seite, er hätte sie am liebsten stets um sich: „Es fliegen 2999 und ½ Busserl von mir, die aufs Auffangen warten … Aus lauter Langeweile habe ich heute von der Oper eine Arie komponiert.“

Die Zauberflöte gehört zu seinen bekanntesten und besten Opern – es sollte jedoch noch nicht seine letzte sein …