Auf der Suche nach Anerkennung

Mozart-Hype in Prag!

Historische Ansicht von Prag

Stahlstich aus der Kunstanstalt von C. F. Merkel in Leipzig nach Wilhelm Kandler (1816–1896) Mitte 19. Jahrhundert Quelle: Wikimedia
1786-1787
Prag
Titelblatt des Librettos von Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“, gedruckt für die Aufführung in Prag

Titelblatt des Librettos von Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“, gedruckt für die Aufführung in Prag

1786 Quelle: Wikimedia

1786 wurde Mozarts Oper „Le nozze di Figaro“ (Die Hochzeit des Figaro) in Wien uraufgeführt. Musiker und Sänger waren mit der schwierigen Musik noch überfordert, da sie nicht lange genug hatten üben können. Der Applaus war dementsprechend verhalten. Der Figaro wurde bald wieder vom Spielplan abgesetzt, auch Mozarts andere Werke verkauften sich schlecht. Sie waren zu schwierig, weit entfernt von leichter Muse. Die geringe Wertschätzung des Wiener Publikums und ständige Geldnot ließen ihn einer Einladung nach Prag folgen. Dort dirigierte er „Die Hochzeit des Figaro“ an der Oper. Der Erfolg war bombastisch: „… Denn hier wird von nichts gesprochen als – Figaro, nichts gespielt, geblasen, gesungen und gepfiffen als – Figaro, keine Oper besucht als – Figaro. Und ewig Figaro! Gewiss große Ehre für mich!“ Hier bekam er auch einen neuen Opernauftrag: Zusammen mit seinem Textschreiber Lorenzo da Ponte sollte er „Don Giovanni“ komponieren.

Tod und Verführung

In Salzburg starb am 28. Mai 1787 Mozarts Vater, ohne dass sich die beiden nochmals gesehen hatten. Voller Trauer und in ständiger Geldnot machte sich Wolfgang Amadeus Mozart an die Arbeit zu Don Giovanni. Auch die „Kleine Nachtmusik“ entstand in dieser Zeit. In der Figur des Don Giovanni, dem Frauenverführer, der in die Hölle kommt, verarbeitet Mozart seine Trauergefühle. Widerstreitende Gefühle, Schwierigkeiten mit Lorenzo da Ponte, den Musikern und Sängern kennzeichnen die Zeit, in der Don Giovanni entsteht. Doch die Premiere wird für Mozart in Prag ein sensationeller Erfolg.

Mozart kehrt nach Wien zurück. Constanze erwartet ihr viertes Kind, und am 7. Dezember 1787 erfüllt sich ein alter Wunsch: Mozart wird k.k. Hofkompositeur mit einem Jahresgehalt von 800 Gulden. Viel im Vergleich mit anderen Musikern, jedoch zu wenig für Mozarts Lebenswandel.