Ein nicht erfülltes Versprechen

Die Mozart-Oper zur Hochzeit Erzherzogs Ferdinand

Ascanio in Alba: Silvia und Alceste

Salzburger Festspiele 2006 Foto: Hans Jörg Michel
1771
Mailand
Ascanio in Alba: Silvia und Alceste

Ascanio in Alba: Silvia und Alceste

Salzburger Festspiele 2006 Foto: Hans Jörg Michel

1771 steht wieder eine Reise nach Mailand an: Wolfgang Amadeus Mozart soll zur Hochzeit des Sohnes von Maria Theresia, Erzherzog Ferdinand Karl, mit Maria Beatrice d'Este eine Festoper komponieren. Letztere hat Mozarts Musik bei einem Konzert gehört und will, dass Wolfgang ihr zur Hochzeit eine Oper schreibt.

Vater und Sohn Mozart werden am Mailänder Hof freundlich empfangen. Die Hoffnungen auf eine Anstellung steigen, hat das junge Paar doch sicherlich Bedarf an einem eigenen Komponisten.
Wolfgang schreibt in kaum mehr als drei Wochen die Musik für diese serenata teatrale in zwei Akten. Das Textbuch stammt von Guiseppe Parini.

Ein verliebtes Schäferpaar als Allegorie auf das junge Brautpaar

In der Landschaft Alba, die in mythischer Zeit von Nymphen und Hirten bewohnt wird, lebt Ascanio, der Sohn der Göttin Venus. Mit Venus ist Maria Theresia gemeint, Ascanio steht für den jungen Erzherzog. Maria Beatrice wird von der Nymphe Silvia verkörpert, die als Braut des zukünftigen Königs von Alba eine Prüfung bestehen muss, um ihre Tugend unter Beweis zu stellen. Nach allerlei Verstrickungen kommen die Liebenden zueinander und sollen fortan herrschen.

Die Vorbereitungen für die Aufführung gehen gut voran

Immerhin kennt Wolfgang das Mailänder Orchester schon, sein Freund Giovanni Manzuoli, der berühmte Kastrat, singt den Ascanio. Aus Mozarts Feder purzeln die Noten nur so aufs Papier. Die Uraufführung fand am 17. Oktober 1771 im Teatro Ducale in Mailand statt und hatte ungeheuren Erfolg.

Auch das junge Hochzeitspaar war begeistert. Ferdinand Karl versprach Wolfgang Amadeus Mozart eine Stelle als Hofkomponist. Doch er hatte nicht mit seiner Mutter, Maria Theresia, gerechnet. Sie verweigerte ihre Zustimmung zu dieser Anstellung – Familie Mozart war tief enttäuscht.