Eine ländliche Liebesgeschichte

Schwungvolle Melodien und einfache Handlung: erfrischende Mozart Oper


Bastien und Bastienne

Piccolo Teatro del Baraccano, Bologna 2012 Foto: Lorenzo Gaudenzi
1768
Wien
Bastien und Bastienne

Bastien und Bastienne

Piccolo Teatro del Baraccano, Bologna 2012 Foto: Lorenzo Gaudenzi

Leopold Mozart war unermüdlich auf der Suche nach Aufträgen für seinen begabten Sohn. Doch die Zeiten waren schwierig. Während der zweiten Wien-Reise häuften sich die Enttäuschungen, es wollten sich so gar keine Aufträge einstellen. Umso erfreuter war die Familie über den Kompositionsauftrag des musikbegeisterten Wiener Arztes Dr. Franz Anton Mesmer. Er übergab Wolfgang Amadeus Mozart das Textbuch für ein deutsches Singspiel: „Bastien und Bastienne“.

Gemäß der damaligen Mode handelt es sich dabei um ein Genre, das man auch als Opéra comique bezeichnete, für Vater Mozart war es eine „Operetta“. Schon damals feilte Wolfgang Amadeus Mozart mit Hilfe von Johann Andreas Schachtner, der ein Freund seines Vaters war, so lange dan der Geschichte herum, bis ihm das Libretto gefiel und er sich endlich ans Komponieren machen konnte.

Er hatte viel Spaß daran, das lässt sich noch heute an den einfachen, aber höchst schwungvollen Melodien erkennen. Auch der Inhalt ist nicht sehr anspruchsvoll:

Die Schäferin Bastienne hat ein Problem:

Die raffinierte Phyllis hat in Bastiennes Liebesbeziehung zu Bastien hineingefunkt. Der Wahrsager Colas rät Bastienne, sich trotz ihrer Eifersucht nichts anmerken zu lassen. Auch Bastien geht zum Wahrsager, um ihm von seinen Heiratsplänen mit Bastienne zu erzählen. Colas lässt ihn jedoch glauben, Bastienne habe einen anderen. Bastien rast vor Eifersucht. Bastienne reagiert – gemäß dem Rat des Wahrsagers – völlig gleichgültig. Bastien droht mit Selbstmord und rührt damit Bastiennes Herz.

„Bastienne und Bastien“ ist eines der frühesten Singspiele von Mozart und wurde wahrscheinlich am 7. Dezember 1768 im Gartentheater des Palais Mesmer uraufgeführt. Die Spieldauer dieses Singspiels in einem Akt beträgt knapp eine Stunde. Eine wesentlich größere Herausforderung stellte die Opera buffa „La finta semplice“ dar, die Mozart auf Anregung Kaiser Joseph II. komponierte.