Ergebnis eines Wettstreites

Mozart und Salieri als Konkurrenten

Der Schauspieldirektor

Schloss Kirchstetten, Niederösterreich 2010 Foto: Österreichisches Theatermuseum, Wien / Barbara Palffy
1786
Wien
Der Schauspieldirektor

Der Schauspieldirektor

Schloss Kirchstetten, Niederösterreich 2010 Foto: Österreichisches Theatermuseum, Wien / Barbara Palffy

Wolfgang Amadeus Mozart war zwar sehr bekannt in Wien, doch die von ihm so ersehnte fixe Anstellung als Hofkompositeur am Hof Kaiser Josephs II. hatte der um ein paar Jahre ältere Antonio Salieri inne. Das natürliche Konkurrenzverhältnis zwischen den beiden Künstlern wurde von der Wiener Gesellschaft oft und gerne betratscht, umso mehr Aufmerksamkeit erhielt eine originelle Idee des österreichischen Kaisers: Joseph II. lud die beiden Konkurrenten zu einem öffentlichen Opernwettstreit ein. Jeder sollte eine einaktige Oper komponieren, um diese dann hintereinander aufzuführen. Anlass war der Besuch von Josephs Schwester Erzherzogin Marie Christine und ihres Gatten Herzog Albrecht von Sachsen-Teschen aus Brüssel. Der Wettstreit sollte im Rahmen eines opulenten „Frühlingsfestes an einem Wintertage“ mit hunderten Gästen am 7. Februar 1786 in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn stattfinden.

Mozart führte das deutsche Singspiel „Der Schauspieldirektor“ auf, Salieri die italienische Opera buffa „Prima la musica e poi le parole“. Beide Opern sind einaktige Komödien und handeln von Opernintrigen. Für die Gäste wurde es ein glanzvoller Abend im tropischen Klima des Pflanzenhauses von Schloss Schönbrunn, es wurde üppig gespeist und man amüsierte sich köstlich.

Einblicke in die Welt des Theaters

Die Handlung des Singspiels „Der Schauspieldirektor“ s führt das Publikum in die Welt des Theaters. Schauspieldirektor Frank sucht neue Darsteller, muss sich aber, wie wohl jeder Theaterverantwortliche, auch mit dem „lieben Geld“ herumschlagen. Da tritt Bankier Eiler auf den Plan und bietet seine Hilfe an. Allerdings unter einer Bedingung: Eilers Geliebte, Madame Pfeil, soll auch ein Engagement bekommen.Bei der darauffolgenden Vorstellung der Künstler präsentieren diese ihr Können und ihre unterschiedlichen Charaktere, teilweise so kapriziös, dass Frank entnervt droht, das Handtuch zu werfen. Nun kommen die Schauspieler zur Vernunft und vereinbaren, dass das Publikum entscheiden möge, wer engagiert werde und wer nicht.

Interessant ist auch, dass eine der für die Aufführung in der Orangerie engagierten Sängerinnen Mozarts Schwägerin und ehemalige Angebetete Aloysia Lange, Constanzes Schwester, war. Diese Mozart-Oper hat lediglich einen Akt und dauert dementsprechend kurz, wie es ja auch für den Anlass zweckdienlich war. Der Inhalt ist relativ anspruchslos, nur die Schönheit der Musik Mozarts ist heute noch erwähnenswert.

Mozart unterliegt – Salieri wird gefeiert

Der Wettstreit begann. „Der Schauspieldirektor“ wurde zuerst aufgeführt. Nach dem Applaus wird Salieris unterhaltsame Opera buffa – voll witziger und demütigender Anspielungen auf Mozarts Lieblingslibrettisten Da Ponte, immerhin ging es auch in dieser Oper um Intrigen – zum glanzvoll beklatschten Höhepunkt. Von Mozarts deutschem Singspiel  sprach danach niemand mehr, Mozarts Part schien fast lediglich dazu gedient zu haben, das Publikum auf die Vorführung Salieris einzustimmen.

Das Verhältnis zwischen Wolfgang Amadeus Mozart und Salieri wird davon nicht gerade besser geworden sein. Doch Mozarts Selbstbewusstsein litt kaum darunter. Freimütig ließ er die Bemerkung fallen, dass ihm Salieri als Komponist nicht das Wasser reichen könne. Das wird sicher auch Salieri zugetragen worden sein … Doch Mozart kümmerte es nicht. Auf ihn wartete längst die nächste große Herausforderung: „Die Hochzeit des Figaro“